Bhola Banstola
The Dhyangro: The Drum as the Cosmic Axis

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The Dhami-Jhankri — Nepal’s indigenous shamans — serve as spiritual bridges between the seen and unseen, the living and the dead. At the heart of this work is the Dhyangro: a double-headed frame drum used for centuries to enter trance, channel benevolent deities, and release malefic forces.
The drum is far more than an instrument. Its cyclical rhythms connect the physical and spiritual worlds, making it essential to healing, divination, and meditation. Its construction carries cosmological meaning: the two heads represent male and female polarities, and the shaman must navigate and harmonise. The elongated Murro-handle is carved to resemble a Kila — a ritual dagger — adorned with three deity heads, endless knots, and Naga caduceus motifs.
The Dhyangro’s rhythms map a cosmology. The world is divided into three realms: the upper realm of celestial deities, the middle realm of humans and nature spirits, and the lower realm of the dead. The Jhankri travels between them during trance and ritual.
In this worldview, mountains, rivers, and rocks are all animated with spirit life. Illness or misfortune is attributed to disturbances in this spiritual ecosystem. The shaman’s role is to mediate — communicating with these forces to restore cosmic harmony. Ancestral spirits, too, continue to influence the living. In a practice called Chinta, the Jhankri allows the spirit of the dead to briefly incorporate them, enabling families to communicate with the departed.
A ritual begins with the Dhyangro’s beat to summon spirits. Drum and chant build a rhythm that shifts the healer into a receptive state — identifying the offending spirit, naming what must be repaired, and prescribing what restores harmony. As the drumbeat intensifies, the Jhankri chants mantras in esoteric languages — part Sanskrit, part local dialect, part spirit language. The body shakes. Eyes roll back. Voice changes. A deity or spirit is incorporated. The drum’s painted surfaces serve as visual anchors: colours correspond to specific realms and ancestral powers, not decoration.
The Jhaak — the trance state — has a measurable neurological reality. Repetitive drumming accompanied by sacred chants leads to deep relaxation, vivid imagery, heightened intuition, and dream-like awareness. These are precisely the conditions required for the Jhankri to perceive and navigate the spirit realms.
The mechanism is brainwave entrainment — the brain synchronises its electrical patterns with external rhythmic stimuli. Hemispheric synchronisation follows, uniting logic and emotion, intuition, and analysis. The Jhankri’s shifting rhythms deliberately move consciousness through layered states, from dense waking awareness toward the expanded perception of the etheric sky realms.
The trance is not a performance. It is a communal event in which the boundaries between self and others dissolve. The shaman embodies a deity, an ancestor, or a natural spirit force.
For participants, the ceremony is an emotional container — giving expression to private suffering, making the crisis feel heard. The Jhaak is not only the shaman’s crossing. It is a collective recalibration between the earthly and ancestral, held by the unbroken heartbeat of the Dhyangro and the sacred songs.
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Die Dhami-Jhankri
Nepals einheimische Schaman*innen – fungieren als spirituelle Brücken zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, den Lebenden und den Toten. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Dhyangro: eine doppelköpfige Rahmentrommel, die seit Jahrhunderten dazu dient, in Trance zu fallen, wohlwollende Gottheiten zu kanalisieren und bösartige Kräfte zu vertreiben.
Die Trommel ist weit mehr als nur ein Instrument. Ihre zyklischen Rhythmen verbinden die physische und die spirituelle Welt und machen sie unverzichtbar für Heilung, Divination und Meditation. Ihre Konstruktion hat kosmologische Bedeutung: Die beiden Felle stehen für die männliche und weibliche Polarität, und der Schamane muss zwischen ihnen navigieren und sie in Einklang bringen. Der längliche Murro-Griff ist so geschnitzt, dass er einem Kila – einem rituellen Dolch – ähnelt, und ist mit drei Götterköpfen, Endlosknoten und Naga-Caduceus-Motiven verziert.
Die Rhythmen der Dhyangro spiegeln eine Kosmologie wider. Die Welt ist in drei Bereiche unterteilt: den oberen Bereich der himmlischen Gottheiten, den mittleren Bereich der Menschen und Naturgeister und den unteren Bereich der Toten. Der Jhankri bewegt sich während der Trance und im Ritual zwischen diesen Bereichen hin und her.
In dieser Weltanschauung sind Berge, Flüsse und Felsen alle von geistigem Leben beseelt. Krankheit oder Unglück werden auf Störungen in diesem spirituellen Ökosystem zurückgeführt. Die Rolle des Schamanen besteht darin, zu vermitteln – mit diesen Kräften zu kommunizieren, um die kosmische Harmonie wiederherzustellen. Auch Ahnengeister beeinflussen weiterhin die Lebenden. In einer Praxis namens Chinta lässt der Jhankri zu, dass der Geist der Verstorbenen kurzzeitig von ihm Besitz ergreift, wodurch Familien mit den Verstorbenen kommunizieren können.
Ein Ritual beginnt mit dem Trommelschlag des Dhyangro, um Geister zu rufen. Trommel und Gesang erzeugen einen Rhythmus, der den Heiler in einen empfänglichen Zustand versetzt – er identifiziert den störenden Geist, benennt, was geheilt werden muss, und schreibt vor, was die Harmonie wiederherstellt. Während der Trommel-schlag intensiver wird, singt der Jhankri Mantras in esoterischen Sprachen – teils Sanskrit, teils lokaler Dialekt, teils Geistersprache. Der Körper zittert. Die Augen rollen nach hinten. Die Stimme verändert sich. Eine Gottheit oder ein Geist wird in ihn aufgenommen. Die bemalten Oberflächen der Trommel dienen als visuelle Anker: Die Farben entsprechen bestimmten Bereichen und Ahnen-kräften, sie sind keine bloße Verzierung.
Der Jhaak – der Trancezustand – hat eine messbare neurologische Realität. Wiederholtes Trommeln, begleitet von heiligen Gesängen, führt zu tiefer Entspannung, lebhaften Bildern, gesteigerter Intuition und traumähnlichem Bewusstsein. Genau dies sind die Voraus-setzungen, die der Jhankri benötigt, um die Geisterwelten wahrzunehmen und sich in ihnen zurechtzufinden. Der Mechanismus dahinter ist die Synchronisation der Gehirnwellen – das Gehirn stimmt seine elektrischen Muster auf externe rhythmische Reize ab. Es folgt eine hemisphärische Synchronisation, die Logik und Emotion, Intuition und Analyse vereint. Die wechselnden Rhythmen des Jhankri bewegen das Bewusstsein bewusst durch verschiedene Zustände, vom dichten Wachbewusstsein hin zur erweiterten Wahrnehmung der ätherischen Himmelsreiche.
Die Trance ist keine Darbietung. Es ist ein gemeinschaftliches Ereignis, bei dem die Grenzen zwischen dem Selbst und den anderen ver-schwinden. Der Schamane verkörpert eine Gottheit, einen Vorfahren oder eine natürliche Geisterkraft.
Für die Teilnehmenden ist die Zeremonie ein emotionaler Raum – ein Ort, an dem privates Leid Ausdruck findet und das Gefühl entsteht, dass die Krise gehört wird. Der Jhaak ist nicht nur die Reise des Schamanen. Er ist eine kollektive Neukalibrierung zwischen dem Irdischen und dem Ahnenhaften, getragen vom ununterbrochenen Herzschlag des Dhyangro und den heiligen Gesängen.
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Übersetzung Astrid Johnen